Isabelle Nagel
Leiterin Rechnungswesen
Stahlbau Verlag Shop

ILEK Chicago Exkursion - Hochhausentwürfe
Die Eindrücke, die die Studierenden auf der Reise gesammelt haben und die daraus enstandenen Hochhausentwürfe findet ihr zusammengefasst in dem PDF anbei. Wir freuen uns über jede Einreichung aus den Arbeiten sowie über Einreichungen anderer Studierender zu unserem nächsten Förderpreis. 20170628_reader_ILEK_final  

Deutscher Stahlbau. Gut beraten.Deutscher Stahlbau. Gut beraten.

Wahlprüfsteine 2017 Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) für Bundesgebäude wurde ein Instrument geschaffen, um die nachhaltige Qualität eines Gebäudes zu messen und es hinsichtlich ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte zu optimieren.

C1. Bislang muss das BNB nur bei Bauprojekten des Bundes ab einer Investitionssumme von 2 Millionen Euro verpflichtend angewendet werden. Was halten Sie von dieser Schwellengrenze?

CDU/CSU haben ihre Antwort zu den Fragen C 1-2 in einem Text abgegeben

In der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie spielt der Baubereich eine zentrale Rolle. Beim nachhaltigen Bauen geht es darum, Gebäude so zu errichten, umzubauen und zu betreiben, dass sie wirtschaftlich, ökologisch, gesellschaftlich und städtebaulich gleichermaßen zukunftsfähig sind. Zur Umsetzung und Quantifizierung der Anforderungen an das nachhaltige Bauen wurde für die ganzheitliche Bewertung von Bundesgebäuden ein Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) erarbeitet, welches durch Beurteilung von Einzelaspekten, zugeordnet nach Nachhaltigkeitsqualitäten sowie Lebenszykluskosten, zu einer Gesamtbeurteilung des Gebäudes gelangt. Da dies mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist, wollen CDU und CSU die Investitionssumme von 2 Millionen Euro, bei der das BNB verpflichtend angewendet werden muss, beibehalten.

SPD

Der Leitfaden Nachhaltiges Bauen wurde in Verbindung mit der verpflichtenden Umsetzung des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen für solche Baumaßnahmen eingeführt, die entsprechend der Richtlinien zur Durchführung von Bauaufgaben des Bundes als „Große Neu-, Um- und Erweiterungsbauten“ klassifiziert werden. Definitionsgemäß betrifft dies Baumaßnahmen mit mehr als 2 Millionen Euro Investitionskosten.

Mit der Umsetzung des Bewertungssystems sind Nachweis-und Dokumentationspflichten verbunden, die bei kleineren Bauvorhaben unter Kosten-Nutzen-Aspekten nicht angemessen sind. Meist ist bei kleinen Baumaßnahmen eine Vollanwendung des BNB mit Zertifizierung nicht möglich, z.B. wenn es sich um Sanierungsmaßnahmen handelt, die nur Teilbereiche des Gebäudes oder bestimmte Bauteile und Anlagen betreffen.

Bei Baumaßnahmen unterhalb der Schwellengrenze ist per Erlass sichergestellt, dass über die Beachtung der allgemeinen Empfehlungen des Leitfadens Nachhaltiges Bauen wesentliche Nachhaltigkeitsanforderungen in die Planung einbezogen und baulich umgesetzt werden können. Zudem sollen insbesondere auf die BNB-Steckbriefe „Risiken für die lokale Umwelt“ und „Innenraumlufthygiene“ Bezug genommen werden. Es ist möglich, in Abstimmung mit den zuständigen Konformitätsprüfungsstellen weitere Anforderungen festzulegen.

Eine Absenkung der Schwellengrenze halten wir deshalb für nicht notwendig.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir wollen uns dafür einsetzen, dass der Niedrigstenergiestandard für Nichtwohngebäude des Bundes als KfW 40 definiert wird. Außerdem haben wir in unserem Bundestags-Antrag zu nachhaltigen Bauen eine Selbstverpflichtung des Bundes, bei allen zukünftigen Neubauvorhaben für mindestens 20% der konstruktiv bzw. wärmeschutztechnisch notwendigen Bauteile Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu verwenden, gefordert. Darüber hinaus wollen wir auch vermehrt Recylingprodukte verwenden.

DIE LINKE

Der Bund hat als Bauherr eine besondere Verantwortung für eine sozial und ökologisch nachhaltige Baukultur. Es gehört zur Vorbildfunktion des Bundes, durch Transparenz und Beteiligung, durch eine sozial und ökologisch orientierte Vergabekultur sowie durch den Einsatz ökologischer Bauweisen bei der Umsetzung nachhaltiger Zielsetzungen im Baubereich voran zu gehen. Die verpflichtende BNB-Zertifizierung ab einer Investitionssumme von zwei Millionen Euro kann dabei nur ein erster Schritt sein.

FDP hat ihre Antwort zu den Fragen C 1-2 in einem Text abgegeben


Diese beiden Fragen werden im Zusammenhang beantwortet.

Wir Freien Demokraten bekennen uns zum nachhaltigen Bauen. Bei konsequenter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsmaßstäbe ließen sich jährlich ca. 18 Mrd. € Heiz- und Betriebskosten im Gebäudesektor einsparen. Hierzu gilt es, die Nachhaltigkeit von Gebäuden anhand des Drei-Säulen-Modells der ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Nachhaltigkeit objektiv zu beurteilen und als Qualitätsmerkmal darzustellen.

Allerdings müssen die Bewertungskriterien einer objektiven Überprüfung standhalten. Die Vorgaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit für eine Anerkennung von Zertifizierungssystemen sind sehr aufwendig und enthalten eine Fülle solcher nicht objektiven Bewertungskriterien.

Hohe Kosten und mangelnde Objektivität der bisherigen Zertifizierungsverfahren stehen einer Verbreitung des Nachhaltigkeitsgedankens entgegen. Notwendig ist daher eine einheitliche und praxisgerechte Gestaltung der Bewertungssysteme, wobei insbesondere eine langfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit adäquat zu berücksichtigen ist.

C2. Den Ländern steht es jedoch frei, die Anwendung auch auf Landesebene verbindlich einzuführen. Wie stehen Sie hierzu?

SPD

Mit Schleswig-Holstein hat bereits ein erstes Bundesland eine eigene Stelle, die Konformitätsprüfungsstelle, eingerichtet. Weitere wie z.B. Baden-Württemberg oder Berlin bauen derzeit eine entsprechende Organisationsstruktur auf. Auf kommunaler Ebene werden vom Steinbeis-Transfer-Institut Bau- und Immobilienwirtschaft (Dresden) aktuell mehr als 25 Baumaßnahmen mit dem Ziel der abschließenden Zertifizierung baufachlich begleitet. Insofern sind Initiativen in den Ländern und Kommunen zu begrüßen, die das Bewertungssystem für dortige Baumaßnahmen einzusetzen. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung berät hier auf Anforderung.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir würden es begrüßen, wenn sich auch die Länder zu mehr nachhaltigem und ökologischen Bauen verbindlich verpflichten würden.

DIE LINKE

DIE LINKE würde eine verbindliche Einführung der BNB-Zertifizierung für öffentliche Bauprojekte auch auf Länderebene begrüßen.