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ILEK Chicago Exkursion – Tag 7
Am 7. Tag unserer Exkursion haben wir uns im Millennium Park, getroffen. Der Park, der ursprünglich als Rangierbahnhof genutzt wurde, ist heutzutage vor allem bekannt durch den Jay Pritzker Musikpavillon von Frank Gehry und die "Bohne", eine auf hochglanzpolierte Edelstahlskulptur des britischen Künstlers Anish Kapoor, die den offiziellen Namen "Cloud Gate" trägt. Nach der Besichtigung des Parks und eine kurzen Mittagspause haben wir uns dann auf den langen Weg zur Northwestern University gemacht. Die Universität ist wie unsere Universität in Stuttgart in zwei Teile gespalten. Ein Teil befindet sich in der Innenstadt in der Nähe des Chicago River und ein Teil nördlich von Chicago im Vorort Evanston, zu dem wir unterwegs waren. Wir waren an diesem Tag zu einem Symposium eingeladen, bei dem neben unseren Betreuern vom ILEK auch Eric Keune von SOM, Thomas Mozina von Perkins + Will, Tom Jacobs von Krueck + Sexton und Laurence Booth von Booth Hansen Vorträge über Chicagos Hochhäuser, Innovationen im Leicht- und/oder Hochhausbau und diverse andere Themen hielten. Nach dem Symposium durften wir an einem Dinner im Cohen Commons Saal der Universität teilnehmen und hatten die Möglichkeit uns mit den verschiedenen anwesenden Professoren der NWU und den Architekten auszutauschen. Nach diesem sehr herzlichen Abend hat sich ein Teil der Gruppe entschlossen noch auf einen Absacker die Signature Lounge (eine Skybar im 96. Stock des John Hancock Center) zu besuchen, von wo aus man einen atemberaubenden Blick über das nächtliche Chicago und auf den Lake Michigan hatte.  

Deutscher Stahlbau. Gut beraten.Deutscher Stahlbau. Gut beraten.

Musée des Confluences in Lyon, Frankreich

Text von COOPHIMMELB(L)AU

Schon im 2001 international ausgeschriebenen Wettbewerb für ein Naturhistorisches Museum in Lyon wurde das Konzept des Museums als „Medium zur Wissensvermittlung“ bezeichnet und nicht als Schauraum für Produkte.

Der Platz, auf dem das Museum errichtet werden sollte, ist eine vor 100 Jahren künstlich aufgeschüttete Halbinsel beim Zusammenfluss von Rhône und Saône. Obwohl man wusste, dass dieser Baugrund ein schwieriger ist (wir mussten 536 Pfähle 30 Meter tief zur Verfestigung des Baugrunds einschlagen), war es klar, dass dieses Grundstück städteplanerisch ein wichtiger Ort werden wird.  Sollte doch das Gebäude als markantes Signal und Eingangsportal für den von Süden kommenden Besucher dienen und Ausgangspunkt für die städtebauliche Entwicklung werden.

© Sergio Pirrone

 

Es war uns klar, dass für die Anforderung, ein Museum für Wissen zu bauen, eine komplexe neue Gestalt als Eingangsikone entwickelt werden musste. Denn nur neue Geometrien und daraus entstehende Formen erschaffen ein merkbares Gebäude.

Wichtig im Konzept war, dass der Besucherfluss von der Stadt zur Pointe du Confluent nicht durch ein Gebäude blockiert werden sollte. Die Überlegung war daher, ein öffentlich frei durchgängiges Gebäude zu entwickeln, das zum Teil nur auf Stützen schwebt, um darunter einen öffentlichen Platz zu entwickeln.

Im Wesentlichen besteht das Gebäude aus drei Teilen. Im leicht angehobenen Sockel (technischer Grund war das hohe Grundwasser) befinden sich neben Lager und Werkstätten für die Produktion der Ausstellungen auch zwei Auditorien (für 327 und 122 Personen) und Arbeitsräume, die auch zu Schulungszwecken für die umliegenden Schulen benutzt werden.

Musée de Confluence - Lyon

 

Aus der Planung

 

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© COOPHIMMELB(L)AU

 

Das Eingangsgebäude, der sogenannte Kristall, ist frei durchgängig und eine vertikale Erschließung der Ausstellungsräume. Über eine Rolltreppe, eine Treppe und eine spiralförmige Rampe gelangt man in den sogenannten Espace liant, eine Verbindungsstraße, an der links und rechts die einzelnen Ausstellungssäle (einer davon ist zweigeschossig) angeordnet sind.  Am Ende dieser Straße hat man einen Ausblick auf den Zusammenfluss der beiden Ströme, die Pointe du Confluent. Die Stahlkonstruktion, als Brückenbauwerk berechnet, ermöglichte es, alle Ausstellungshallen stützenfrei zu entwickeln. Über den Ausstellungsräumen befinden sich die Räume für die Administration.

Auf der Plaza unter dem hochgehobenen, fast fliegenden Teil – die Ausstellungsräume kragen teilweise weit aus – befindet sich ein kleiner See, der beleuchtet die Wellenmuster seiner Oberfläche an der Untersicht des Gebäudes spiegelt. Eine Brasserie betont den öffentlichen Charakter dieses Platzes. Im Dachgeschoss befindet sich ein frei zugängliches Terrassen-Cafe.

Im Eingangsgebäude dient eine tropfenförmige Konstruktion als Tragwerk, die formal aus den Turbulenzen, die beim Zusammenfluss der beiden Ströme entstehen, entwickelt wurde. Dieser gravity well reduziert das Gewicht der gesamten Stahlkonstruktion des Eingangsgebäudes um ein Drittel.

Technische Beschreibung

Ökologisches Konzept
Das Foyer (Kristall) ist ein natürlich belüfteter Raum. Die Zuluft erfolgt über verglaste Lüftungsklappen, die sich in der Ostfassade befinden, die Abluft erfolgt über die Dachzone. Der Einsatz einer herkömmlichen Klimaanlage ist deshalb nicht notwendig. Nur die Haupterschließungszonen und die Arbeitsbereiche sind mikroklimatische Einheiten, deren Komfort durch lokale Heiz- und Kühlaggregate hergestellt wird. Die Fussboden werden über das Grundwasser gekühlt. Das bedeutet langfristig erhebliche Energieeinsparungen für das Foyer des Museums.

Die Fassaden des Ausstellungsbereiches (Wolke) zeichnen sich durch eine extrem leistungsfähige Gebäudehülle aus, was die Wärmedämmeigenschaften anbelangt. Die Haupterschließungszonen werden alle natürlich belichtet (wenig Kunstlicht), die Wasserversorgung der Sanitätsbereiche erfolgt über das Grundwasser. Am Dach ist eine Photovoltaikanlage installiert.

MATERIALIEN
Sockel

Der Sockel ist als Stahlbetonstruktur mit Sichtbetonwänden ausgeführt.

Foyer / „Kristall“
Das Primärtragwerk des Kristalls besteht aus einem Rohrfachwerk mit rechteckigem Profil 400 x 200 mm. Es stützt sich auf die Betonbauten des Sockels und auf das Haupttragwerk der Wolke. In der Mitte des Kristalls liegt der Puits de gravité, der das Primärtragwerk fortsetzt und die Rolle einer großen Stütze spielt, die alle Kräfte ableitet. Er reduziert das Gewicht der gesamten Stahlkonstruktion des Eingangsgebäudes um ein Drittel.

Das Sekundärtragwerk trägt die großen Glaspaneele. Es besteht aus Stahlrohr, die im Raster der Glaspaneele angeordnet sind. Die Verbindung mit dem Primärtragwerk erfolgt durch Streben aus  Rohrprofilen, die mit den am Primärtragwerk angeschweißten Platten verschraubt sind.

Sonnenlamellen zwischen dem Primär- und dem Sekundärtragwerk schützen die am stärksten der Sonne ausgesetzten Flächen und haben auch eine Schallschutzfunktion.

Die Gläser sind Einscheibenverglasungen mit extra-klarem Glas.

Eine große Anzahl verglaster öffenbarer Fenster in den verschiedenen Bereichen des Kristalls gewährleisten eine natürliche Belüftung. Die Öffnung erfolgt über einen Motor. Weitere, tiefer und höher liegende Öffnungen dienen im Falle eines Brandes als Rauchabzug. Die vier verschiedenen Eingangssequenzen bestehen aus großen Glastüren. Der Haupteingang ist mit einem großen Vordach versehen, das mit dem Primärtragwerk verbunden ist und wie die Wolke mit Blechpaneelen verkleidet ist.

Ausstellungsbereich / „Wolke“:
Das Tragsystem der Wolke ist einem Brückentragwerk ähnlich. Es ruht auf 12 Betonstützen und 3 Betontürmen, die die Nottreppen und die Schächte beinhalten. Raumhohe Stahlfachwerke bilden die Wände der Black Boxes für die permanenten und temporären Ausstellungen.

Die Außenhaut der Wolke besteht aus 3mm starken, glasperlengestrahlten Edelstahlplatten. Durch diese spezielle Oberflächenbehandlung werden das Licht und die Farben der Umgebung sanft reflektiert.

 

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MUSÈE des confluences projekt Team

Client: Département du Rhône, Lyon, France (represented by SERL, Lyon)

Planung: COOP HIMMELB(L)AU, Wolf D. Prix & Partner ZT GmbH

Design Principal/CEO: Wolf D. Prix

Projekt Partner: Markus Prossnigg

Projekt Architekt: Mona Bayr, Angus Schoenberger

Design Architekt: Tom Wiscombe

Projekt Koordination: Thomas Margaretha, Peter Grell

Projekt Team Wien: Christopher Beccone, Guy Bébié, Lorenz Bürgi, Wolfgang Fiel, Kai Hellat, Robert Haranza, Alex Jackson, Georg Kolmayr, Daniel Kerbler, Lucas Kulnig, Andreas Mieling, Marianna Milioni, Daniel Moral, Jutta Schädler, Andrea Schöning, Mario Schwary, Markus Schwarz, Oliver Tessmann, Dionicio Valdez, Philipp Vogt, Markus Wings, Christoph Ziegler

Projekt Team Lyon: Patrick Lhomme, Francois Texier, Philippe Folliasson, Etienne Champenois, Alexandru Gheorghe, Niels Hiller, Emanuele Iacono, Pierre-Yves Six

Lokale Architekten: Patriarche & Co, Chambéry/Lyon, France (planning); 
Tabula Rasa / Grégory Perrin, Lyon, France (execution); Chabanne & Partenaires, Lyon, France (project management)

Bauvermessung Lyon: Debray Ingénierie, Caluire et Cuire, France

Kosten: Mazet & Associés, Paris, France; CUBIC, Jean Luc Minjard, Lyon, France

Tragwerksplanung: B+G Ingenieure, Bollinger und Grohmann GmbH, Frankfurt, Germany (design);

Coyne et Bellier, Lyon, France; Van Santen, Lille, France (execution)

Haustechnik: ITEE-Fluides, Arnas, France

Akustik: Cabinet Lamoureux, Paris, France

Medien: Cabinet Labeyrie, Paris, France

Licht Design: Har Hollands, Eindhoven, Netherlands

Landschaftsgestaltung: EGIS aménagement, Lyon, France