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Erweiterung Verkehrskommissariat Kißlegg

Achim Birnbaum
Sonderpreis des BMUB 2018


Text von brixner achitekten zur Einreichung beim 'Preis des Deutschen Stahlbaues 2018'

Erweiterung Verkehrskommissariat Kißlegg
Stahlskelettkonstruktion (T80 Stahlwalzprofile) kombiniert mit Spannbeton‐Fertigteildecken (Variax 160)

Die Erweiterung des Verkehrskommissariates Kißlegg zeichnet sich durch eine modulare Bauweise aus. Um eine kurze Bauweise zu ermöglichen und den Nutzungsbetrieb störende Geräusche zu minimieren, wurde ein sehr hoher Vorfertigungsgrad der einzelnen Bauelemente gewählt.

© Achim Birnbaum

Die Grundstruktur besteht aus einer Stahlskelettkonstruktion, welche sich an den Bestand anlehnt. Die Decken werden durch relativ dünne Spannbetonplatten gebildet, die Fassade durch eine Aluminium‐Pfosten‐Riegel‐Konstruktion. Um den besonderen Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden, wurde im Osten sowie im Westen eine starre Sonnen‐ und Blendschutzkonstruktion vorgehängt – bestehend aus Akustiktrapezblech. Die Südfassade wird durch drehbare und gleichzeitig rahmenlose Photovoltaik‐Ganzglaslamellen gebildet. Die Struktur ist freistehend – ohne Unterkellerung am Südkopf des Bestandgebäudes angegliedert.

© Achim Birnbaum

Die Erweiterung der Polizei geschieht einerseits durch sachliche Fortsetzung der bestehenden Gebäudestruktur um eine Raumachse, andererseits durch einen konstruktiven Bruch – Stahlskelett statt konventionellem Massivbau. Deutlich wird, dass mit den eingesetzten Mitteln – insbesondere Solartechnik – gestalterisches Neuland im Sinne einer fein ausgewogenen technischen Eleganz betreten wird.

1. Schritt

160mm starke Spannbetonplatten
(VARIAX 160)
© brixner architekten

  

2. Schritt
L‐förmige Stahlauflager (Deckenrandauflager L 150x90x10 Profilen) am Bestand; T80‐Stützen im Achsraster von 1200mm

© brixner architekten

  

3. Schritt
Dachpfetten aus zangenförmig angeordneten U80‐Profilen, welche am südlichen Rand zu L‐Profilen angevoutet sind.

Das Auflager am Bestand ist mit dem südlichen Skelettauflager mittels Zugstabsystem verbunden (sichtbar an der Deckenuntersicht).
© brixner architekten

  
4. Schritt
Einbau der Pfosten‐Riegel‐Glasfassade; das Primärtragwerk aus T80‐Stahlwalzprofilen dient gleichzeitig als Fassadenpfosten (mittels Aufsatzprofil).
© brixner architekten
  

5. Schritt
Ergänzung der Hänger (10mm Rundmaterial) sowie der Gitterroste als horizontalen Sonnen‐/Blendschutz sowie der Giebelverblendung (des belüfteten Kaltdaches). Gitterrostformat 1200 x 1200mm, Tragstabhöhe 40mm
© brixner architekten

  
  

6. Schritt
Eindeckung des Daches mittels Trapezblech
© brixner architekten

  
7. Schritt
Östlicher und westlicher Sonnen‐ und Blendschutz aus akustiktrapezblech
© brixner architekten
  

8. Schritt
Ergänzung der südl. drehbaren Photovoltaikpaneele (1100mm x 2800mm)

Insgesamt stehen nun 60m² PV‐Fläche zur Verfügung mit einem Ertrag von ca. 51.500

Kilowattstunden pro Jahr. Dies entspricht in der Folge ca. 45.000 Kilogramm CO2 Einsparung.
© brixner architekten

Insgesamt stehen nun 60m² PV‐Fläche zur Verfügung mit einem Ertrag von ca. 51.500 Kilowattstunden pro Jahr. Dies entspricht in der Folge ca. 45.000 Kilogramm CO₂ Einsparung.

© Achim Birnbaum
 

 

Fertigstellung
2017
Architekt
brixner architekten BDA, Stuttgart
Ingenieur
Wilhelm + Partner, Stuttgart
Bauherr
Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Ravensburg