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Pressemeldungen

Ausschreibungs- und Vergabestandards müssen auf den Prüfstand

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Mängel an den importierten Stahlbauteilen für die Leverkusener Rheinbrücke sorgen aktuell für Diskussionsstoff. Wie beurteilt bauforumstahl, der Spitzenverband für das Bauen mit Stahl in Deutschland die aktuelle Situation?

„Der Fall der Leverkusener Rheinbrücke zeigt, dass Ausschreibungs- und Vergabestandards dringend auf den Prüfstand gestellt werden müssen“, fordert Gregor Machura, Geschäftsführer bauforumstahl.

Aktuell ist die Situation so, dass Baukosten häufig bereits beziffert werden müssen, bevor belastbare Pläne für eine seriöse Kalkulation vorliegen. Dies ist planungsfern und führt zu Preisunsicherheiten. Wichtige Kriterien wie Qualität, Nachhaltigkeit und effiziente Sondervorschläge finden keine Berücksichtigung.

„Dieser Problematik zeigt sich nun auch bei der der Leverkusener Rheinbrücke. Als Konsequenz der Vergabe entstehen nun unvorhersehbare Baustellenverzögerungen. Da Brücken zur Infrastruktur gehören und systemrelevant sind, trifft der mögliche Schaden nicht nur die öffentlichen Kassen, sondern auch den Verkehr und somit jeden Einzelnen von uns“, so Machura.

„Die hohen europäischen Sicherheits- und Prüfstandards lassen sich nicht einfach auf andere Kontinente übertragen und sind aus der Ferne kaum überprüfbar. Ganz zu schweigen von der hohen CO2-Belastung, die der Transport nach Europa mit sich bringt.“

Für den Spitzenverband für das Bauen mit Stahl in Deutschland ist nicht nachvollziehbar, warum ein Prestige-Projekt wie eine Rheinbrücke außerhalb Europas gefertigt wurde.

„Wenn man bedenkt, wie viel Koordinierungsbedarf hinter dem Projekt steckt, ist noch unverständlicher, warum man sich diese zusätzliche Hürde einbaut. Abgesehen von den unterschiedlichen Verfahrensweisen in den jeweiligen Ländern, stellt auch die Zeitverschiebung und die räumliche Distanz eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar“, so Machura. „Zu unseren Mitgliedern zählen Europas führende Stahlwerke und Stahlbauunternehmen. Sie hätten das Projekt entsprechend dem gewünschten Qualitätsniveau in einer komprimierten Gesamtbauzeit durchführen können.“

Mit Hilfe eines ganzheitlichen Ansatzes bei Vergabe- und Ausschreibung von Großprojekten ließen sich Komplikationen wie jetzt bei der Leverkusener Rheinbrücke vermeiden. Hierzu fordert bauforumstahl:

  • Die frühzeitige Einbindung der ausführenden Firmen mit Beginn der Planungen.
  • Die Bewertung des emissionsarmen Transportes von Bauteilen und Konstruktionsmaterial.
  • Die Berücksichtigung der Inspektionsfreudigkeit von Brücken.
  • Die Freigabe kreativer Sondervorschläge zur Verkürzung der Bauzeit.

 

Gregor Machura, Geschäftsführer bauforumstahl e.V.
Presemitteilung 3.20
Gregor Machura,Geschäftsführer bauforumstahl. Foto: bauforumstahl

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Christa Brüster
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Kommunikation