Zwei Vorträge, die die Branche bewegen werden

Das Rahmenprogramm setzte in diesem Jahr Akzente, die weit über den Tag hinausreichen.

Ansgar Böker (Ingenieurbüro Böker GmbH) nahm die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit in die Welt der Energiewende aus Industrieperspektive. Windenergie, Batteriespeicher, Photovoltaik: Welche Chancen liegen darin für die Stahlbaubranche und was müssen Unternehmen technisch, rechtlich und wirtschaftlich im Blick behalten? Ein Vortrag, der im besten Sinne nachdenklich gemacht hat.

Karoline Behrend (Horak Rechtsanwälte) wählte den Blick in die Praxis: Bietergemeinschaften im Mittelstand, ihre Potenziale und die Stolpersteine, die es dabei zu kennen gilt. Anhand konkreter Fallbeispiele zeigte sie, wann Zusammenschlüsse Stärke bedeuten und worauf es bei ihrer Umsetzung ankommt. Vor allem für unsere mittelständische Stahlbauunternehmen ein Thema mit echtem Mehrwert.

Ein Amt wechselt die Hände, die Richtung bleibt klar

Der wichtigste Moment des Tages war die Wahl des neuen Präsidenten. Jan Birkemeyer, Geschäftsführer der GOLDBECK Nord GmbH, tritt die Nachfolge von Christian Wurst an. Christian Wurst bleibt dem Verband als stellvertretender Präsident erhalten.

„Jan Birkemeyer bringt mit“, so unser Hauptgeschäftsführer Gregor Machura, „was die Branche in dieser Phase braucht: tiefes technisches Verständnis, unternehmerische Erfahrung und einen klaren strategischen Blick auf die großen Zukunftsthemen.“

Digitalisierung, BIM und Nachhaltigkeit hat er bei GOLDBECK nicht nur begleitet, sondern aktiv gestaltet. Serielles und modulares Bauen sieht er als strategische Antwort auf den Modernisierungsstau in Deutschland, die Beschleunigung von Planungs- und Vergabeverfahren als dringende Aufgabe.

Vor seiner Wahl brachte Jan Birkemeyer seine Haltung auf den Punkt: „Es sind große Fußstapfen, in die ich gerne treten möchte. Stahl ist der Werkstoff der Zukunft: ressourcenschonend, kreislauffähig und als Grüner Stahl mit einem CO₂-Fußabdruck, der jedem Vergleich standhält. Wenn ich die anstehenden Jahre auf ein Schlüsselwort bringen müsste, wäre es: Geschwindigkeit. Schnelligkeit am Bau, Schnelligkeit in der Politik und dabei immer Planbarkeit für unsere Mitgliedsunternehmen. Gerade in unplanbaren, unvorhersehbaren Zeiten brauchen wir starke Gemeinschaften, Verbündete, Freunde. Der Verband ist genau das. Ein Ort, an dem man sich aufeinander verlassen kann. In guten wie in schlechten Zeiten.“

Christian Wurst übergab das Amt nach fünf Jahren mit Stolz und Vorfreude zugleich: „Ich übergebe heute einen Verband, der die Stimme des mittelständischen Stahlbaus in diesem Land hörbar macht. Ich freue mich, dass ich dem Verband, der Branche und meinem Nachfolger als stellvertretender Präsident weiter mit voller Kraft zur Seite stehen kann.“

Küche, Gespräche, Gemeinschaft

Den Abschluss des Abends bildete das gemeinsame Abendessen mit anschließender Küchenparty. Genau die Art von Ausklang, bei der die wirklich guten Gespräche oft erst beginnen. Es geht um Vertrauen, das über Jahre gewachsen ist, und um neue Gesichter, die Teil davon werden.

Göttingen 2026 war ein guter Tag für den deutschen Stahlbau.

Der nächste Termin ist am 23. Juni 2027 in Bingen am Rhein und wir freuen uns schon.

Danke an alle, die dabei waren und diesen Verband mit Leben füllen.