Nachhaltig Gebaut mit grünem Stahl

„Die deutsche Stahlindustrie und der deutsche Stahlbau verpflichten sich zur Nachhaltigkeit und ihrer Umsetzung in den Baubereich. Dabei legen wir besonderen Wert auf ganzheitliche Bewertungs- und Vorgehensweisen.“

Selbstverpflichtung der Branche

Dezember 2009

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist für die Mitglieder des bauforumstahl e.V. und für die gesamte Branche kein leeres Schlagwort – sie ist ein Wesensmerkmal des modernen Stahlbaus. Wir übernehmen Verantwortung für eine Zukunft mit „grünem Stahl“.

Die akuten Krisen unserer Zeit – vom Klimawandel über die Ressourcenverknappung bis zum Verlust natürlicher Lebensräume durch die rasante Flächenversiegelung – bedrohen unsere Zukunft und die Zukunft der folgenden Generationen. Höchste Zeit also für eine umfassende Transformation hin zu nachhaltiger Wirtschaft. In der Stahlbaubranche hat man sich schon lange auf Nachhaltigkeit eingestellt. Sie ist mehr für uns als nur eine Option, für die man sich entscheidet, wenn es gerade gelegen kommt.
bauforumstahl e.V. ist Mitglied des Kennedy-Netzwerks von Madaster

Ein Ziel der Online-Plattform ist es, das Recycling und die Wiederverwendung von Bauteilen in Gebäuden zu fördern. Ein Gebiet, für das der Stahlbau prädestiniert ist.

madaster.de

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Sowohl mit grünem Wasserstoff als mit grünem Strom sind die Reduktionspotenziale bei der Stahlherstellung erheblich. Ein weiterer wichtiger Baustein der klimaneutralen Stahlindustrie ist die bereits bestehende Circular Economy mit Recycling und Wiederverwendung. Aber auch die Ausrichtung auf Ressourceneffizienz bei Planung und Bemessung aller Prozesse für Stahlbauprojekte ist ein wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung.

Auf dem Weg zum klimaneutralen Stahlbau Sonderdruck aus Ernst & Sohn Stahlbau 91 (2022) Heft 4

Aktuelle Zahlen, Statistiken und die technischen Möglichkeiten des Stahlrecyclings im Bauwesen wurden durch das Lehr- und Forschungsgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft der Bergischen Universität Wuppertal unter Prof. Manfred Helmus ermittelt und in einem Sachstandsbericht zusammengefasst.

Hauptthemen hierbei waren: Rückbau, Recycling und Sammelraten, der Recyclingprozess und die Schrottsorten, der Schrotteinsatz in der Stahlproduktion, die erreichbaren Stahlgüten beim Recyclingstahl und bekannte Beispiele zum Einsatz von Recyclingstahl.

3R steht für Reduce – Reuse – Recycling oder zu Deutsch: Reduzieren, Reaktivieren und Recyceln. Dies sind die Grundgedanken für ressourcenschonendes, nachhaltiges Bauen. 3R-Baustoffe sind herausragend effizient; sie können in großen Teilen wiederverwendet werden; die Reststoffe werden recycelt. Abfälle, die verbrannt oder gar deponiert werden, gibt es bei diesen Baustoffen nicht.

Reduce – Reduzieren heißt, Baustoffe möglichst effizient einzusetzen. Der Baustoff Stahl verfügt über eine hohe Tragfähigkeit bei geringem Eigengewicht, die schlanke und weit spannende Konstruktionen ermöglicht. Diese Eigenschaften sorgen für eine hohe Flächen- und Volumeneffizienz und erhöhen die Nutzungsflexibilität von Bauwerken im Lebenszyklus. Durch den Einsatz von Hochleistungsbaustählen kann diese weiter erhöht werden. Im Bauprozess sichert der Einsatz leichter, vorgefertigter Bauteile eine hohe Ausführungsqualität, senkt Lärm- und Staubemissionen auf der Baustelle und reduziert den Transportaufwand. Kurz: Der naturnahe Baustoff Stahl – er besteht aus Eisen und Mikrolegierungen – steht beispielhaft für ressourceneffizientes Bauen.

Reuse – Reaktivieren bezieht sich zum einen auf die Folgenutzung ganzer Gebäude. Hier sind Stahlbauten natürlich klar im Vorteil, denn ihre großen Spannweiten ohne tragende Innenstützen und -wände bringen eine hohe Nutzungsflexibilität. Stahlbauten lassen sich flexibel an neue Anforderungen anpassen, was eine lange Lebensdauer sicherstellt. Dies wurde im Wettbewerb um den „Preis des Deutschen Stahlbaues“ eindrucksvoll bestätigt, bei dem Um- und Erweiterungsbauten vorderste Plätze belegten.

Reaktivieren bedeutet auch, Bauteile nach der Nutzung an anderer Stelle neu einzusetzen. Voraussetzung hierfür ist eine standardisierte Konstruktion mit leicht lösbaren Verbindungen. Derzeit werden 11 % der abgebauten stählernen Bauteile an anderer Stelle wiederverwendet. Eine Wiederverwendung von Stahl wird heute vor allem bei Parkhäusern und teilweise auch bei Brücken durchgeführt. Im Hallen- und Geschossbau hingegen bedarf es einer stärkeren Typisierung der verwendeten Träger, damit diese nach dem Rückbau schneller einen neuen Einsatzbereich finden. Die von bauforumstahl entwickelten Typen- und Musterstatiken für kleine Industriehallen weisen in diese Richtung.

Und schließlich Recycling. Stahlprodukte werden grundsätzlich nie zu Abfall, da sie nicht verbraucht, sondern immer wieder neu genutzt werden. Jedes stählerne Bauteil enthält recycelten Stahl. Die 100%ige Recyclingfähigkeit von Stahl hat zur Etablierung eines Kreislaufsystems geführt; Stahlschrott ist zu einem kostbaren Sekundärrohstoff geworden. Alle Produkte aus Stahl, von der Konservendose über den PKW bis zum Stahlträger, können nach ihrem Lebensende recycelt werden und stehen dem industriellen Kreislauf wieder zur Verfügung. Das Stahlrecycling ermöglicht so gleichzeitig eine nachhaltige Entsorgung von ausgedienten Alltagsgegenständen und verringert Abfall. Diese Kreislaufwirtschaft macht Stahl zu einem regenerativen Baustoff.

Dank der stetigen Bemühungen der Stahlindustrie ist auch die Produktion längst nicht mehr mit dem „dunklen Himmel“ der Industrie verbunden. Stahl wird heute in einem hoch effizienten Prozess hergestellt, wobei die eingesetzten Ressourcen optimal genutzt werden. Produktionsabfälle und Nebenprodukte werden überwiegend direkt verwertet oder in anderen Industrien genutzt, beispielsweise als Ziegelersatz oder für die Zementherstellung. Doch auch mit diesen Erfolgen gibt sich die deutsche Stahlindustrie nicht zufrieden und hat sich daher zu weiteren Bemühungen verpflichtet.

Zu sehen ist eine Grafik, die den Produktkreislauf von Stahl darstellt. Dargestellt ist es in einem modernen Stil mit Icons und Text.

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Stahl im Kreislauf

Die Stahlbranche ist seit langem Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Schon vor 15 Jahren wurde die „Initiative Nachhaltiger Stahlbau“ gegründet, außerdem ist bauforumstahl e.V. Mitglied und Partner der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) Nachhaltigkeit heißt für uns: Einstieg in eine konsequente Kreislaufwirtschaft. Das hat mit unserem besonderen Werkstoff zu tun, der es einfacher macht, Nachhaltigkeit im Bau umzusetzen. Denn Stahl ist im Prinzip zu 100 % recyclingfähig, kann immer wieder aufs Neue eingeschmolzen und wiederverwendet werden. In der Praxis wird einmal hergestellter Stahl schon heute in bis zu 99% der Fälle in einem unendlichen Kreislauf geführt. So werden Abfälle nahezu gegen Null reduziert, endliche Ressourcen geschont und der CO2-Fußabdruck reduziert. Gleichzeitig bleibt die Qualität erhalten oder wird sogar gesteigert.

Eine Studie des Instituts Fraunhofer IMWS zeigte schon 2019, dass der Einsatz von Stahlschrott bei der Stahlerzeugung in Europa die Kosten des Klimawandels um bis zu 20 Milliarden Euro pro Jahr senken kann – das ist der sogenannte Schrottbonus.

Die Stahlbranche ist seit langem Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Schon vor 15 Jahren wurde die „Initiative Nachhaltiger Stahlbau“ gegründet, außerdem ist bauforumstahl e.V. Mitglied und Partner der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) und dem Institut Bauen und Umwelt (IBU e.V.)

Neue Fraunhofer IMWS Studie

„Schrottbonus”

Die Studie zu externen Kosten und fairem Wettbewerb in den globalen Wertschöpfungsketten der Stahlherstellung zeigt: „Der Einsatz von Stahlschrott spart Klima- und Umweltkosten in Milliardenhöhe.“

Vom grauen zum grünen Stahl

Stahl punktet gegenüber anderen Baustoffen schon durch seine ausgezeichnete und fast grenzenlose Recyclingfähigkeit. Bisher erfordert der Recyclingvorgang einen gewaltigen Einsatz teuer gewordener Energie. Aber unsere Mitgliedsunternehmen haben bereits die Weichen gestellt hin zur Umstellung auf erneuerbare Energiequellen. In der nächsten Transformationsstufe kommt in der Produktion mehr und mehr „Grüner Wasserstoff“ als Energieträger zum Einsatz, der aus dem „Grauen Stahl“ den „Grünen Stahl“ macht. Ein weiterer Schritt zu einer nachhaltigen Bauwirtschaft!

Einmal produziert, mehrfach genutzt

Gänzlich CO2-frei – von den Emissionen beim Transport abgesehen – ist die direkte Wiederverwendung gebrauchter Stahlelemente: Demontage eines alten Stahlbauobjekts, Transport zum aktuellen Stahlbauprojekt und Montage im neuen Objekt. Die Wiederverwendung von gebrauchten Bauteilen stellt einen sofort umsetzbaren und wirkungsvollen Schritt zur Verbesserung der CO2-Bilanz dar. Die Stahlbauweise bietet hierfür geradezu perfekte Voraussetzungen. Mit ihren reversiblen Verbindungen, den oft standardisierten Bauteilen und den genormten Trägerabmessungen sind Stahlkonstruktionen besonders für die Wiederverwendung einmal produzierter Bauelemente geeignet – der energieintensive Zwischenschritt des Recyclings entfällt.

EPD Baustähle

In diesem Dokument finden Sie die für Gebäudezertifizierungen wichtigen Umweltdaten für Offene Walzprofile und Stabstahl.

EPD Baustähle

In diesem Dokument finden Sie die für Gebäudezertifizierungen
wichtigen Umweltdaten für Grobblech.

Hier punktet die Stahlbauweise

In dieser Broschüre finden Sie alle Informationen und Unterlagen die Sie bei einer Gebäudezertifizierung mit DGNB, LEED und BREEAM benötigen.

Darum setzen sich unsere Mitglieder für eine nachhaltige Zukunft im Stahlbau ein:

In einer zunehmend umweltbewussten Welt ist es für Stahlbauer von entscheidender Bedeutung, in Zukunft nachhaltig zu denken und zu handeln. Unsere Mitglieder bewegen unterschiedliche Gründe, um die Nachhaltigkeit im Stahlbau weiter zu fordern und fördern.

„Ich wünsche mir, dass Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft als zentrale Kriterien in allen Ausschreibungen verankert werden. Sowohl bei öffentlichen wie auch privaten Projektvergaben und über alle Bausparten hinweg, vom Brückenbau über den Hoch- bzw. Geschoßbau bis hin zum Industriebau.”

Gregor Machura

Geschäftsführer bauforumstahl e.V.

Das Bild zeigt .Dr.-Ing. Raban Siebers.

Dr.-Ing Raban Siebers

Baubetrieb | Nachhaltigkeit

0211 54012-085

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raban.siebers@bauforumstahl.de