KI in Planung und Konstruktion
In der Tragwerksplanung zeigt sich das Potenzial von künstlicher Intelligenz besonders deutlich, denn KI gestützte Werkzeuge unterstützen Ingenieure dabei, Materialeinsatz und Konstruktionen präziser abzustimmen. Sie analysieren große Datenmengen in kürzester Zeit und ermöglichen so effizientere Planungsprozesse. Dadurch lassen sich die unterschiedlichen Varianten leichter vergleichen, damit Entscheidungen schneller getroffen werden können.
KI in Fertigung und Produktion
Auch in der Fertigung hat KI längst den Schritt von der Theorie in die Praxis gemacht. Ein Beispiel dafür liefert WURST Stahlbau, denn dort übernimmt ein KI gestütztes System im Wareneingang das automatisierte Auslesen und Verbuchen von Lieferscheinen. Es werden relevante Informationen automatisch erkannt und in das ERP-System übertragen. Damit behalten die Mitarbeiter weiterhin die Kontrolle, profitieren aber von höherer Prozesssicherheit und einer deutlich reduzierten Arbeitsbelastung. Die Effizienzsteigerung an dieser Stelle zeigt, wie schnell
sich digitale Lösungen im operativen Alltag positiv bemerkbar machen können.
Robotik als Partner in der Produktion

Schweißroboter Hildegard, © Biedenkapp Stahlbau
Neben datenbasierten Anwendungen prägt auch die Robotik zunehmend den Stahlbau. Bei Biedenkapp Stahlbau z.B. unterstützt der Schweißroboter Hildegard seit einigen Monaten die Belegschaft. Dabei übernimmt „sie“ die körperlich anspruchsvollen Arbeitsschritte und schafft einen konstant hohen Qualitätsstandard. Für die Mitarbeiter entstehen neue Aufgaben, denn robotertaugliche Arbeitsschritte müssen gut vorbereitet und exakt programmiert werden. Robotik schafft damit nicht nur Effizienz, sondern macht den Arbeitsplatz auch attraktiver und
entlastet Fachkräfte in Zeiten knapper personeller Ressourcen. Diese Verbindung von künstlicher Intelligenz und Robotik gilt als einer der wichtigsten Innovationstreiber der Branche. Intelligent gesteuerte Roboter können Stahlbauteile millimetergenau schneiden, schweißen
oder montieren. Der Mensch bleibt in der Verantwortung, während monotone Tätigkeiten automatisiert werden können. Damit entsteht ein Arbeitsumfeld, das sicherer und produktiver ist.
Rechtliche Rahmenbedingungen im Wandel
Mit der zunehmenden Nutzung von KI wächst auch der Bedarf an klaren Regeln. Die Europäische Union hat mit der EU KI Verordnung erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen geschaffen, der seit 2024 gilt, dabei reichen die Vorgaben von Risikobewertungen über Dokumentationspflichten bis hin zu Schulungsanforderungen für die Nutzer. Im Stahlbau werden überwiegend KI Systeme mit geringem oder begrenztem Risiko eingesetzt, etwa für Textverarbeitung, Datenerfassung oder Fertigungssteuerung, dennoch bleibt der industrielle Einsatz
rechtlich anspruchsvoll. Besonders die Kombination aus KI und Robotik wirft Fragen im Bereich Sicherheit, Haftung und Datenschutz auf. Neue Regelungen wie die künftige Produkthaftungsrichtlinie sollen Betroffenen den Nachweis erleichtern, wenn Fehler oder Schäden auf ein KI System zurückzuführen sind. KI wird darin erstmals ausdrücklich als Produkt definiert. Gleichzeitig steigt die Verantwortung der Hersteller, denn technische Abläufe und Daten müssen künftig in größerem Umfang offengelegt werden. Aber auch wenn der rechtliche Rahmen zunehmend klarer wird, bleiben viele Details in der Praxis aktuell noch herausfordernd.
Ein Blick in die Zukunft
Der Einsatz von KI im Stahlbau steht trotz sichtbarer Fortschritte noch am Anfang einer umfassenden Entwicklung und einer damit einhergehenden Transformation. Jedes Jahr entstehen neue Anwendungen, die sich in die verschiedenen Bereiche integrieren lassen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen aber, dass KI nicht als Ersatz, sondern als Werkzeug verstanden wird, das Menschen unterstützt. Mit wachsender technologischer Reife wird KI immer stärker dazu beitragen, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit im Stahlbau miteinander zu
verbinden. Die Kombination aus Digitalisierung, Robotik und künstlicher Intelligenz eröffnet der Branche die Chance, effizienter und attraktiver zu werden und zugleich den Anforderungen einer klimafreundlichen Baukultur gerecht zu werden.
Titelbild: © Wurst Stahlbau


