Wenn von der Klimawirkung eines Gebäudes die Rede ist, dominiert die Herstellungsphase das Bild. Errichtung und Rückbau fallen demgegenüber in der Lebenszyklusbetrachtung kaum ins Gewicht. Und genau hier setzt die serielle Bauweise an, denn sie verlagert den entscheidenden Teil der Wertschöpfung von der Baustelle in die Fabrik und ermöglicht es, Bauteile so zu konstruieren, dass sie am Ende ihres Lebens nicht im Schrottfluss verschwinden, sondern in einem neuen Bauwerk weiterleben können.

Stahl ist zu 100 % recyclingfähig, aber was bisher selten gelingt, ist die direkte Wiederverwendung ganzer Bauteile. Serielle Konstruktionen mit lösbaren Verbindungen und standardisierten Schnittstellen schaffen dafür die Voraussetzung. Bauteile lassen sich katalogisieren, demontieren
und in einem anderen Projekt erneut einsetzen. Da die Herstellung die Umweltwirkungen eines Bauwerks bei Weitem dominiert, liegt in der Wiederverwendung ein großer ökologischer Hebel.

Weniger Material, weniger Abfall

Industriell vorgefertigte Bauteile entstehen unter Bedingungen, die auf der Baustelle so nicht erreichbar sind. Verschnitt wird minimiert, Toleranzen werden kleiner und der Materialeinsatz wird präziser geplant. Studien weisen Einsparungen von bis zu 20 % beim Materialeinsatz aus.
Gleichzeitig kann das Abfallaufkommen auf der Baustelle deutlich sinken – Studien nennen Potenziale von bis zu 50 % –, weil ein großer Teil der Zuschnitt-, Anpassungs- und Qualitätsprozesse in die kontrollierte industrielle Vorfertigung verlagert wird. Dadurch entstehen weniger Verschnitt, weniger Beschädigungen und weniger Nacharbeiten auf der Baustelle.

Wirtschaftlich und emissionsärmer zugleich

Serielle Prozesse können Bauzeiten um bis zu 50 % verkürzen. Das ist nicht nur ein wirtschaftliches Argument. Jede gesparte Woche auf dem Bau bedeutet weniger Baustellenverkehr, weniger Transportfahrten und weniger Belastung im urbanen Umfeld. Vor allem in Innenstädten, wo Brücken saniert, Schulen gebaut oder Wohngebäude nachverdichtet werden, ist das ein Faktor, der weit über die reine CO2-Bilanz hinaus seine Wirkung entfaltet.

Modulares Bauen reduziert die Baukosten laut Studien um 12 – 30%. Diese Größenordnung ist deshalb wichtig, weil sie zeigt, dass ökologische und ökonomische Argumente in dieselbe Richtung weisen. Wer industriell vorfertigt, baut nicht nur effizienter, sondern belastet die Umwelt auch weniger.